Wahrsagekarten > Hellseher, Zigeunerkarten und Karten legen
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Wenn der Hellseher seine Zigeunerkarten legt

Seit Menschengedenken beschäftigt sich das Individuum mit der Frage, ob ein Mensch als Hellseher tätig werden kann. In allen Epochen der Menschheitsgeschichte, gab es zahlreiche Menschen, die sich als sogenannte Hellseher oder Wahrsager betätigt haben. Diese sogenannten Medien stammten aus alle Gesellschaftsschichten. Seit der Mensch die Schrift und damit verbundene Erhaltung von Informationen nutzt, lassen sich die Arbeitsweise und die unterschiedlichen Praktiken, die Hellseher bei ihrem Blick in die Zukunft verwenden, geschichtlich dokumentieren. Bereits im vorchristlichen 3. Jahrtausend belegen historische Dokumente, dass der Hellseher nicht nur eine entsprechend soziale Rolle spielte, auch die Verwendung verschiedener Wahrsagepraktiken wurde in diesen Dokumenten belegt. Auch in den folgenden Jahrtausenden sollte der Hellseher nur geringfügig an seiner Bedeutung verlieren. In der ganzen menschlichen Geschichte treten immer wieder bedeutende Hellseher, Wahrsager oder Orakel auf. So zählt das Orakel von Delphi wohl zu den berühmtesten Institutionen, die sich der Hellseherei verschrieben hatten. Auch die griechische Seherin Kassandra ist ein fester Bestandteil der Geschichte. Sie war diejenige, die den Trojanischen Krieg vorzusagen vermochte. Nostradamus gilt als einer der berühmtesten Hellseher der Neuzeit, der bereits im Mittelalter in der Lage war, Ereignisse in der weiten Zukunft zu deuten. Viele Vorhersagen haben sich durchaus als richtig und wahr erwiesen.

Die Zigeunerkarten

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff der Zigeunerkarten geprägt. Aufgrund der industriellen Entwicklung war es erst zu diesem Zeitpunkt möglich, die Wahrsagekarten auch in größeren Stückzahlen zu produzieren und sie dementsprechend auch zu vertreiben. Von jeher stehen Zigeuner in dem oft zweifelhaften und sehr mystischen Ruf, in der Wahrsagerei wohlbewandert zu sein. So ist uns das Bild der Zigeunerin, die in einem dunklen und geheimnisvollen Wohnwagen einen Blick in die Kristallkugel wirft oder die Zigeunerkarten für einen Klienten legt, wohlbekannt. Lenormandkarten sind ähnlich wie die Zigeunerkarten ebenfalls Wahrsage- oder Aufschlagekarten. Die Ursprünge der Zigeunerkarten sind in Österreich und Ungarn zu Zeiten der kaiserlichen und königlichen Monarchie zu suchen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Schlagworte, welche sich auf den Zigeunerkarten befinden, in verschiedenen Sprachen wieder gegeben werden. Das Hauptaugenmerk der Hellseher, die zu damaliger Zeit die Zigeunerkarten verwendeten, galt in erster Linie der Damenwelt der gehobenen, bürgerlichen Gesellschaftsschicht. Einer der Themenschwerpunkte der Zigeunerkarten liegt eindeutig bei Gefühlsangelegenheiten. Viele der Zigeunerkarten, die der Hellseher auch heute noch legt, können für die Analyse von kniffligen Angelegenheiten, die mit der Gefühlswelt zusammenhängen, herangezogen werden. So sind äußerst feine Nuancen möglich, die sich aber auch über alle weiteren Ereignisse, die mit Familie, Freunde und Liebe zu tun haben, erstrecken.

Das Karten legen

Um die Karten zu legen, bedient sich nicht nur der Hellseher der unterschiedlichsten Legemethoden. So können die Zigeunerkarten sowohl im Keltischen Kreuz, als auch in der Großen Tafel gelegt werden. Die Fragestellung und der Themenschwerpunkt bestimmt dabei, wie und weshalb die Karten zu legen sind. So werden die Themen, um die Karten legen zu können, vom Hellseher in der Regel in die Bereiche Liebe und Partnerschaft, Arbeit und Beruf, Geld und Reichtum, Körper – Figurprobleme, Allgemeine- und Entscheidungsfragen sowie in den Bereich der astrologischen und zeitlichen Legungen eingruppiert. Mit Hilfe der Zigeunerkarten und der Möglichkeit, eine sehr feine Analyse der herrschenden Situation vornehmen zu können, sind Menschen oftmals sehr viel einfacher in der Lage, für sie wichtige Entscheidungen zu treffen.

Der Hellseher heute

Der Hellseher ist kein Relikt aus der Vergangenheit. Die „Wahrsagerin von Bonn“, Madame Buchela beispielsweise soll unter anderem Adenauers Wahlsieg im Jahr 1953 angekündigt haben. Allerdings gibt es für diese Vorhersage keine Belege. Der Hellseher wird in der heutigen Gesellschaft vielfach belächelt oder es wird ihm mit offenen Misstrauen begegnet. Für die meisten Menschen liegt ihre Zukunft noch im Dunkeln, jede Entscheidung, die wir fällen, stellt eine neue Abzweigung auf unserem Lebensweg dar. Da der Hellseher weder in der Vergangenheit noch heute als ein ordentlicher Beruf anerkannt ist, und auch die Wissenschaft keine greifbaren Forschungsergebnisse über die besonderen Fähigkeiten der Hellseher vorweisen kann, begegnen der Mensch dem Übersinnlichen immer mit einer großen Portion Misstrauen. Um einen Blick in die Zukunft werfen zu können, ist das Karten legen nur eine der vielen Möglichkeiten. Die Vorhersage zukünftiger Ereignisse lässt sich mit den unterschiedlichsten Methoden, zu denen unter anderem das Karten legen oder auch das bekannte Lesen aus der Hand zählen. Auch das Bleigießen, das für viele Menschen zum alljährlichen Ritual an Silvester gehört, entstammt diesem Bereich. In geselliger Runde versuchen die Menschen hierbei, einen Einblick auf die Ereignisse im kommenden Jahr zu erhaschen. Und obwohl der Hellseher auf eine lange und bewegte Geschichte zurück blicken kann, wird ihm in heutiger Zeit oft nur sehr wenig Glauben geschenkt.



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