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Geschichtlicher Hintergrund der Zigeuner-Wahrsagekarten

Die Herkunft der Zigeuner-Karten ist sehr umstritten. Allerdings ist man sich ziemlich einig, daß sie wider Erwarten nicht von den Zigeunern abstammen. Diese benutzten zwar Karten, aber jeder bastelte sich sein eigenes Kartenblatt, auf dem meistens gar keine Bilder zu sehen waren, sondern einfach nur Wörter, Farben oder Zeichen. Das Wissen, um diese Karten deuten zu können wurde mündlich in der Familie weitergegeben.

Es wird vermutet, daß die Zigeunerkarten, so wie wir sie heute vorfinden, offensichtlich nur Gesellschaftskarten sein sollten, die einen großen Unterhaltungswert aufwiesen. Realistischer ist die Auffassung, ein System zu finden, den Wahrsagekarten, die es schon seit vielen Jahrhunderten gibt, eine Überlebenchance zu geben. Unter dem Deckmäntelchen des Unterhaltungsspiels konnte man das oft verbotene und verfolgte Wahrsagen verheimlichen.

Erschienen sind die Zigeunerkarten erstmals 1920 in Wien im Verlag Piatnik und setzten die Tradition der “kleinen Lenormandkarten” und der “Kipperkarten” fort. Auch auf diesen Karten fehlt die Zuordnung zu den Farben Pik, Kreuz, Karo und Herz. Doch dafür sind die Bedeutungen in mehreren Sprachen aufgedruckt.

Ihren Namen verdanken die Karten den Herstellern, die die Werbewirksamkeit in Verbindung mit den Wahrsagekünsten des Fahrenden Volkes sehr wohl erkannt haben.